Wer 2026 in Tirol eine bestehende Photovoltaikanlage erweitert oder einen Stromspeicher nachrüstet, hat Zugriff auf einen ungewöhnlich attraktiven Förder-Stack. Bund und Land sind kombinierbar, der reduzierte Umsatzsteuersatz wirkt direkt auf den Endpreis, und für Bestandskunden mit Sanierungsabsicht öffnet sich zusätzlich die Wohnbauförderung. Die meisten Tiroler Bestandsanlagen-Besitzer schöpfen diesen Stack nicht aus – meistens, weil der entscheidende Hebel an einer kleinen Bedingung im EAG-Förderbescheid hängt, die nirgends sauber kommuniziert wird. Dieser Artikel rechnet Ihnen ohne Verkäufer-Sprech vor, welche fünf Töpfe es 2026 gibt, wie hoch sie sind, wann der Antrag gestellt werden muss und wie Sie mit einem einzigen zusätzlichen PV-Modul aus 1.000 Euro Förderung 2.500 Euro machen.
Der Förder-Stack 2026 in Tirol auf einen Blick
Bevor wir in die einzelnen Töpfe gehen, hier die Gesamtübersicht. Alle Beträge sind verifiziert (Stand 2026-04-19), Quellen jeweils im jeweiligen Abschnitt verlinkt.
| Förder-Topf | Höhe 2026 | Deckel | Wer kann beantragen? |
|---|---|---|---|
| Land Tirol – Netzdienliche Stromspeicher | 100 €/kWh | max. 1.000 € (10 kWh-Cap) | Auch reine Speicher-Nachrüstung |
| EAG Bund – Speicher | 150 €/kWh netto | max. 50 kWh, max. 30 % Investkosten | Nur in Kombi mit PV-Erweiterung |
| EAG Bund – PV Kategorie A | 160 €/kWp | bis 10 kWp | PV-Erweiterung |
| EAG Bund – PV Kategorie B | 150 €/kWp | 10–20 kWp | PV-Erweiterung |
| 0 % USt. PV & Speicher | −20 % vs. brutto | bis 35 kWp Modulleistung | Automatisch, kein Antrag |
| Tiroler Wohnbauförderung Sanierung – PV | 125 €/kWp | gemäß Sanierungspaket | Im Zuge energetischer Gesamtsanierung |
Der entscheidende Punkt: Diese Töpfe sind miteinander kombinierbar. Niemand zwingt Sie, sich für einen zu entscheiden. Wer die Reihenfolge richtig wählt, holt aus einer 8.000-Euro-Investition rund 3.500 Euro Förderung – vorausgesetzt, ein winziges technisches Detail wird mitgedacht (siehe Kombi-Trick weiter unten).
Topf 1: Land Tirol – Netzdienliche Stromspeicher 2026
Das Land Tirol fördert 2026 elektrische Heimspeicher pauschal mit 100 Euro pro kWh nutzbarer Speicherkapazität, gedeckelt bei 10 kWh – also maximal 1.000 Euro pro Anlage. Topf rund 1 Mio. Euro für ganz Tirol, Ausschöpfung erfolgt nach Antragseingang. Im Unterschied zum Bund fördert das Land Tirol auch die reine Speicher-Nachrüstung ohne gleichzeitige PV-Erweiterung – das ist 2026 die einzige Bundes- bzw. Landesförderung in Österreich, die rein nachgerüstete Speicher überhaupt bezuschusst.
Wer kann beantragen?
- Privatpersonen und Eigentümergemeinschaften in Tirol
- Bestehende PV-Anlage Pflicht (es muss ein Speicher zu einer PV-Anlage hinzukommen)
- Antrag vor Baubeginn, sonst entfällt der Anspruch unwiderruflich
Wie ist der Ablauf?
- Förderantrag über das Förderportal des Landes Tirol einreichen (Online-Formular plus Datenblätter Speicher und Wechselrichter)
- Bewilligungsbescheid abwarten – Bearbeitungsdauer typisch 4–6 Wochen
- Erst dann Installation beauftragen
- Nach Inbetriebnahme: Inbetriebnahmeprotokoll, TINETZ- bzw. IKB-Fertigmeldung und Rechnung als Endabrechnung einreichen
- Auszahlung der 1.000 Euro typisch 8–16 Wochen nach Endabrechnung
Quellen: Pressemeldung Land Tirol 2026 · Richtlinien-PDF Stromspeicher 2026 · Beratung: energie-tirol.at
Klingler-Klartext: Die 1.000 Euro Land-Tirol-Förderung sind die niedrige, aber sicher abholbare Basis für jede Tiroler Speicher-Nachrüstung. Wer mehr will, muss den EAG-Speichertopf öffnen – und dafür braucht es eine Erweiterung der PV-Anlage (siehe Topf 2 und der Workaround).
Topf 2: EAG-Bund – Stromspeicher (150 €/kWh)
Der Bund fördert über das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) Stromspeicher mit 150 Euro pro kWh nutzbarer Speicherkapazität (netto), max. 50 kWh und max. 30 % der Investkosten. Bei einem 10-kWh-Speicher sind das bis zu 1.500 Euro EAG-Bundeszuschuss – zusätzlich zu den 1.000 Euro Land Tirol.
Wichtige Bedingung – und genau hier liegt der Engpass:
Der EAG-Speicherzuschuss wird ausschließlich in Kombination mit der Neuerrichtung oder einer Erweiterung einer PV-Anlage vergeben. Konkret: Es muss ein Verhältnis von mindestens 0,5 kWh Speicher pro 1 kWp PV-Leistung gegeben sein, und es muss eine PV-Komponente (neu oder erweitert) im selben Antrag mitlaufen. Eine reine Speicher-Nachrüstung ohne jede PV-Modul-Veränderung bekommt vom Bund nichts.
Wer kann beantragen?
- Privatpersonen, Betriebe, Vereine
- Antragsteller muss gleichzeitig Eigentümer der zugehörigen PV-Anlage sein (oder bevollmächtigt)
- Antrag in einem EAG-Fördercall (siehe Stichtage weiter unten)
- Reihenfolge der Antragsstellung entscheidet – “first come first served” innerhalb des Calls
Wie ist der Ablauf?
- Vorbereitung der Unterlagen vor Call-Start (Datenblätter, Schaltplan, Kostenvoranschlag)
- Eintragung in die Warteschlange am Tag der Call-Eröffnung – typisch sekundengenau am Stichtag um 17:00 Uhr
- Bewilligungsbescheid abwarten
- Installation nach Bewilligung, nicht davor
- Endabrechnung mit Rechnung, Inbetriebnahmeprotokoll und Netzbetreiber-Bestätigung
Quelle: eag-Abwicklungsstelle – Investitionszuschuss PV & Speicher
Klingler-Klartext: Der EAG-Topf ist deutlich höher als der Tiroler – aber ohne PV-Komponente im Antrag bleibt er verschlossen. Der Workaround weiter unten zeigt, wie Sie das mit minimalem Mehraufwand öffnen.
Topf 3: EAG-Bund – PV-Erweiterung (160 / 150 €/kWp)
Wenn Sie ohnehin Module ergänzen, fördert der Bund die zusätzliche PV-Leistung mit Pauschalsätzen, gestaffelt nach Anlagengröße:
- Kategorie A (≤ 10 kWp Gesamterweiterung): 160 Euro pro kWp neu installierter PV-Leistung. Topf 5 Mio. Euro für ganz Österreich.
- Kategorie B (10–20 kWp): 150 Euro pro kWp. Eigener Topf 5 Mio. Euro.
- Größere Kategorien (C ab 20 kWp, D ab 100 kWp) gelten für Gewerbe und sind hier nicht relevant.
Strategischer Hebel: Die Förderhöhe pro kWp wirkt für sich genommen klein – eine 0,5-kWp-Erweiterung bringt nur 80 Euro. Aber: Diese Erweiterung schaltet den EAG-Speichertopf von Topf 2 frei. Wer also ohnehin einen Speicher will und ein einzelnes zusätzliches PV-Modul (≈ 0,4 kWp) mit aufs Dach lässt, holt sich für 64 Euro Modul-Zuschuss zusätzlich 1.500 Euro Speicher-Zuschuss – siehe Workaround.
Quelle: eag-Abwicklungsstelle · ergänzend photovoltaik-service.at – ÖMAG-Fördercall 2026
10 % Bonus für europäische Wertschöpfung
Sofern die Hauptkomponenten Ihrer Anlage – PV-Module, Wechselrichter und Stromspeicher – in Europa gefertigt wurden, erhöht sich der jeweilige EAG-Fördersatz um 10 Prozent. Dieser „Made in Europe”-Bonus gilt sowohl für die Neuerrichtung als auch für die Erweiterung bestehender Systeme und ist direkt im Förderantrag anzugeben.
Victron Energy – europäisch durch und durch: Sämtliche Victron-Komponenten – Wechselrichter, Speicher-Elektronik und Monitoring-Hardware – werden in den Niederlanden entwickelt und gefertigt. Wer eine Victron-basierte Anlage bei getAutark umsetzt, erfüllt die Voraussetzung für den 10-%-Bonus automatisch. Bei einem 10-kWh-Speicher bedeutet das: statt 150 €/kWh netto werden 165 €/kWh gefördert – aus 1.500 Euro EAG-Speicherzuschuss werden 1.650 Euro. Einfach top.
Topf 4: Tiroler Wohnbauförderung Sanierung (125 €/kWp)
Wenn Sie die PV-Erweiterung im Rahmen einer energetischen Gesamtsanierung durchführen (Fassadendämmung, Fenstertausch, Heizungsumstellung), greift zusätzlich die Tiroler Wohnbauförderung Sanierung. Der PV-Satz wurde ab 01.01.2026 von 250 auf 125 Euro pro kWp halbiert – bleibt aber als Zusatztopf für Sanierungs-Projekte attraktiv.
Wer kann beantragen?
- Eigentümer von Gebäuden mit Hauptwohnsitz in Tirol
- Sanierung muss als Gesamtmaßnahme nachgewiesen werden (nicht nur PV alleine)
- Eigene Antragslogik bei der Wohnbauförderung des Landes Tirol – separat von Energieförderung Speicher
- Mit allen anderen Töpfen kombinierbar
Quelle: tirol.gv.at – Wohnbauförderung Sanierung Photovoltaik
Klingler-Klartext: Der Wohnbau-Topf ist nur dann relevant, wenn Sie ohnehin die Sanierungskeule schwingen. Für eine reine PV-Erweiterung oder Speicher-Nachrüstung ohne Hüllen-Sanierung ist er nicht erreichbar. Wer aber das Dach im Zuge einer Dachsanierung neu denkt, sollte ihn definitiv mitnehmen.
Kombi-Trick: Wie aus 1.000 € plötzlich 2.500 € werden
Hier kommt der Hebel, den niemand anders sauber kommuniziert. Eine reine Speicher-Nachrüstung ohne PV-Erweiterung bringt Ihnen in Tirol nur die Land-Tirol-Förderung von 1.000 Euro (bei 10 kWh). Der EAG-Speichertopf bleibt verschlossen, weil er eine PV-Komponente im Antrag verlangt.
Der Trick: Nehmen Sie im Zuge der Speicher-Nachrüstung ein einziges zusätzliches PV-Modul mit aufs Dach. Ein modernes Modul liefert 400 bis 450 Watt, kostet inklusive Befestigung und Verkabelung typisch 200 bis 350 Euro. Damit ist Ihre Anlage erweitert im Sinne der Förderlogik – und der EAG-Speichertopf öffnet sich.
Rechenbeispiel – 10 kWh Retrofit ohne und mit Workaround:
| Posten | Reine Nachrüstung | Mit 1 Zusatz-Modul |
|---|---|---|
| 10-kWh-Speicher Brutto inkl. Installation | 8.000 € | 8.000 € |
| 1 zusätzliches PV-Modul ca. 0,4 kWp inkl. Montage | – | +300 € |
| Brutto-Investition | 8.000 € | 8.300 € |
| Land Tirol Speicher (100 €/kWh, max. 1.000) | -1.000 € | -1.000 € |
| EAG-Bund Speicher (150 €/kWh netto) | nicht förderfähig | -1.500 € |
| EAG-Bund PV Kategorie A (160 €/kWp × 0,4) | nicht relevant | -64 € |
| Netto-Investition nach Förderung | 7.000 € | 5.736 € |
| Förderung gesamt | 1.000 € | 2.564 € |
Mit anderen Worten: Für 300 Euro Mehraufwand bekommen Sie 2.564 Euro Förderung statt 1.000 Euro – also 1.264 Euro netto mehr Geld in Ihrer Tasche. Bei 10 kWh Speicher ist das ein No-Brainer.
Wann lohnt sich der Workaround nicht?
- Wenn Ihr Dach physisch keine Modulfläche mehr hergibt (selten – 1 Modul findet fast immer Platz)
- Wenn Sie damit über die 35-kWp-Schwelle für die 0 %-USt rutschen (gilt bei großen Bestandsanlagen, für Einfamilienhäuser typisch nicht relevant)
- Wenn der Aufwand für Statik-Nachweis oder Gerüst die 1.500 Euro Mehrförderung auffrisst – das prüfen wir im Engineering-Schritt
In der überwiegenden Mehrheit Tiroler Einfamilienhäuser ist der Workaround die wirtschaftlich richtige Entscheidung. Wir prüfen ihn bei jedem Projekt im Engineering-Schritt – Details zur Wirtschaftlichkeitsbetrachtung finden Sie in unserem Wirtschaftlichkeits-Check Speicher.
Stichtage und Antragsreihenfolge 2026
Förderanträge sind kein Verwaltungsakt, den man “irgendwann” einreicht. Für 2026 gilt:
Land Tirol – Netzdienliche Stromspeicher
- Programm läuft als Daueraufruf bis Topf-Ausschöpfung (rund 1 Mio. Euro)
- Antrag jederzeit möglich, vor Baubeginn
- Bewilligungsdauer typisch 4–6 Wochen
- Empfehlung: Im ersten Halbjahr beantragen, bevor der Topf in der zweiten Jahreshälfte voll wird
EAG Bund – Speicher und PV
- Frühjahrs-Call 2026: 23. April 17:00 Uhr bis 11. Mai 23:59 Uhr
- Ticketziehung: ab 23. April um 17:00 Uhr – sichert Ihren Platz in der zeitlichen Abfolge
- Einreichphase: erst ab 24. April um 08:00 Uhr – erst dann werden die Projektdaten eingegeben
- Hinweis: Zwischen Ticketziehung und Einreichstart steht das Portal im Wartungsmodus – keine allgemeinen Portalfunktionen verfügbar
- Weitere Calls typisch im Herbst (genaue Termine über eag-Abwicklungsstelle prüfen)
- “First come first served” im Call – Antragsstellung sekundengenau zum Call-Start
- Bei Topf-Ausschöpfung Wartezeit bis zum nächsten Call
Tiroler Wohnbauförderung Sanierung
- Eigene Antragslogik, läuft separat von Energieförderung
- Vorlaufzeit Sanierungs-Beratung typisch 6–12 Wochen vor Bauphase
Reihenfolge im Projekt-Plan:
- getAutark Engineering und Förderplan (Woche 1)
- Land Tirol Antrag stellen (Woche 1–2, Bewilligung Woche 5–7)
- EAG Antrag im nächsten verfügbaren Call (zeitlich flexibel)
- Wohnbau Antrag parallel, falls Sanierung mitläuft
- Installation erst nach Vorliegen aller Bewilligungen (typisch Woche 8–12)
- Inbetriebnahme und Endabrechnung
- Förderauszahlungen typisch 8–16 Wochen nach Endabrechnung
Wer einen Speicher kauft und installiert bevor ein Förderantrag gestellt wurde, verliert sämtliche Ansprüche – unwiderruflich. Das ist der häufigste Vermeidbarkeits-Fehler bei DIY-orientierten Bestandskunden in Tirol.
Beispielrechnungen für drei Tiroler Persona-Fälle
Fall 1 – Familie Wattens, Inntal: 8-kWp-Bestand + 10 kWh Speicher + 1 Modul
Ausgangslage: Einfamilienhaus, 8 kWp Fronius Symo Baujahr 2017, Jahresverbrauch 5.500 kWh, Eigenverbrauchsquote 30 %. Ziel: 10-kWh-LiFePO4-Speicher AC-gekoppelt + 1 zusätzliches PV-Modul (Workaround).
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Brutto-Invest 10 kWh Komplettsystem inkl. Installation | 8.000 € |
| 1 zusätzliches PV-Modul ca. 0,4 kWp inkl. Montage | +300 € |
| Brutto-Gesamt | 8.300 € |
| Land Tirol Speicher (100 €/kWh, max. 1.000) | -1.000 € |
| EAG Bund Speicher (150 €/kWh netto, ausgelöst durch Modul) | -1.500 € |
| EAG Bund PV Kategorie A (160 €/kWp × 0,4) | -64 € |
| Netto-Investition | 5.736 € |
Eigenverbrauchsquote steigt von 30 % auf 80 %, zusätzlich selbst genutzt rund 2.500 kWh/Jahr × 27 ct = 675 € Stromkosten-Ersparnis pro Jahr. Statische Amortisation 8,5 Jahre, LiFePO4-Lebensdauer 20+ Jahre.
Fall 2 – Hausbesitzer Schwaz, Unterland: Reine 8-kWh-Nachrüstung ohne Workaround
Ausgangslage: Bestehender 6 kWp Kostal Piko, Dach voll belegt – kein Modul mehr ergänzbar. Reine Speicher-Nachrüstung 8 kWh.
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Brutto-Invest 8 kWh Komplettsystem | 6.500 € |
| Land Tirol Speicher (100 €/kWh) | -800 € |
| EAG Bund Speicher | nicht förderfähig (kein PV-Zubau) |
| Netto-Investition | 5.700 € |
Trotz fehlendem EAG-Topf trägt sich die Investition. Stromkosten-Ersparnis rund 480 €/Jahr, Amortisation 11,9 Jahre. Wer Wert auf Notstrom und VRM-Monitoring legt, rechnet hier auch jenseits der reinen Wirtschaftlichkeit.
Fall 3 – Sanierungs-Projekt Lienz, Osttirol: 12 kWp Repowering + 15 kWh Speicher + Wohnbauförderung
Ausgangslage: Dachsanierung, Bestand wird durch 12 kWp Neuinstallation ersetzt, 15 kWh Speicher, energetische Gesamtsanierung läuft parallel.
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Brutto-Invest 12 kWp PV + 15 kWh Speicher + Hybrid-WR | 24.000 € |
| Land Tirol Speicher (100 €/kWh, gedeckelt 1.000) | -1.000 € |
| EAG Bund Speicher (150 €/kWh × 15) | -2.250 € |
| EAG Bund PV Kategorie B (150 €/kWp × 12) | -1.800 € |
| Tiroler Wohnbauförderung Sanierung PV (125 €/kWp × 12) | -1.500 € |
| Netto-Investition | 17.450 € |
Förderquote rund 27 % – bei einer Anlage, die typisch 1.200–1.400 € Stromkosten pro Jahr substituiert. Amortisation 12–14 Jahre, Lebensdauer 20+ Jahre.
ÖMAG-Marktpreis und der Ü20-Effekt
Wer eine alte PV-Anlage betreibt, deren 13-Cent-Tarif aus der Anfangs-Förderperiode 2002–2006 ausläuft (sogenannte Ü20-Anlagen), erlebt einen finanziellen Schock: Statt der garantierten 13 bis 60 Cent pro kWh fällt der Erlös auf den OeMAG-Marktpreis, der März 2026 bei 5,72 Cent pro kWh lag. Das Schwankungsband bewegt sich typisch zwischen 5 und 11 Cent, der Bundes-Untergrenze liegt bei 60 % des Quartals-Marktpreises.
Die Konsequenz für Ü20-Bestandskunden:
- Vorher: 5.000 kWh × 13 ct = 650 € Einspeise-Erlös pro Jahr
- Nachher: 5.000 kWh × 5,72 ct = 286 € pro Jahr
- Differenz: 364 € weniger Erlös bei gleichem Stromertrag
Genau hier ist der wirtschaftliche Hebel der Speicher-Nachrüstung am größten: Statt für unter 6 Cent ins Netz zu schenken, was Sie selbst erzeugt haben, behalten Sie es im Haus und ersetzen damit Strom-Zukauf zu 25 bis 30 Cent. Der Spread wächst von wenigen Cent auf rund 20 Cent pro kWh – und genau dieser Spread bezahlt Ihren Speicher in unter 10 Jahren ab.
Quelle: OeMAG Marktpreis · photovoltaik-service.at – Einspeisetarif OeMAG
Mehr zum Thema in unserem Beitrag zum Wirtschaftlichkeits-Check Speicher und zu Speichergrößen-Berechnung im alpinen Kontext.
Was getAutark beim Förderantrag für Sie übernimmt
Förderanträge sind keine Hexerei, aber sie sind formalbürokratisch und stichtaggetrieben. Wer in der Hauptsaison den EAG-Call verpasst oder ein Datenblatt vergisst, wartet bestenfalls Monate auf den nächsten Call – schlimmstenfalls verliert er eine vierstellige Förderung. Was wir für Tiroler Bestandskunden im Förderantrag erledigen:
- Engineering-Bericht mit Komponentenauswahl, Verschaltungsplan, Speichergröße und Wirtschaftlichkeitsabschätzung
- Datenblätter und Konformitätsnachweise aller Komponenten (Wechselrichter, Speicher, Module) in der vom Land bzw. EAG geforderten Form
- Land-Tirol-Antrag über das Förderportal inkl. Bestätigung des bestehenden PV-Vertrags
- EAG-Antrag stichtaggenau zum Call-Start – vorab fertig befüllt, eingereicht in den ersten Sekunden
- TINETZ-, IKB- oder Stadtwerke-Vorabmeldung für die Erweiterung
- Inbetriebnahmeprotokoll durch Konzessionär nach Installation
- Endabrechnung beider Förderstellen mit Rechnung, Inbetriebnahmenachweis und Netzbetreiber-Bestätigung
- Smart-Meter-Aktivierung (Eigenverbrauchsmessung) als Voraussetzung für die Auszahlung
Wir haben in den letzten zwei Jahren über 20 Tiroler Förderanträge für Bestandskunden abgewickelt – ohne Ablehnung. Diese Erfahrung steckt im Festpreis-Engineering. Der Aufwand für Sie als Bestandskunde: ein Foto vom Wechselrichter-Typenschild, eine Stromrechnung, ein Foto des Zählerschranks. Mehr nicht.
Mehr zur Pillar-Page mit dem vollständigen Umbau- und Erweiterungs-Prozess: PV-Anlage erweitern und Speicher nachrüsten in Tirol.
Häufige Fragen zu den PV- und Speicherförderungen Tirol 2026
Tirol bietet 2026 eine eigene Landesförderung “Netzdienliche Stromspeicher” mit 100 Euro pro kWh nutzbarer Kapazität, gedeckelt bei 10 kWh = 1.000 Euro pro Anlage. Anders als der Bund fördert das Land Tirol auch reine Speicher-Nachrüstungen ohne PV-Erweiterung. Zusätzlich gibt es den EAG-Bundeszuschuss von 150 Euro pro kWh netto, der allerdings eine PV-Erweiterung voraussetzt. In Kombination sind bei 10 kWh bis zu 2.500 Euro Förderung erreichbar.
Ja – aber nur vom Land Tirol mit 100 Euro pro kWh, max. 1.000 Euro. Der EAG-Bundeszuschuss verlangt zwingend, dass im selben Antrag auch eine PV-Komponente (neu oder erweitert) enthalten ist. Wer also nur einen Speicher zur unveränderten Bestandsanlage hinzufügt, schöpft maximal die Tiroler Landesförderung aus. Mit dem 1-Modul-Trick (1 zusätzliches Modul) wird der EAG-Topf zusätzlich frei – und die Förderung steigt bei 10 kWh von 1.000 auf 2.500 Euro.
Zwingend vor Baubeginn. Sowohl die Land-Tirol-Förderung als auch der EAG-Investitionszuschuss verlangen einen bewilligten Antrag, bevor die Installation startet. Wer den Speicher zuerst kauft und installiert, verliert den Förderanspruch unwiderruflich. Wir koordinieren bei jedem Tiroler Projekt die Reihenfolge: Antrag → Bewilligung → Bauphase → Inbetriebnahme → Endabrechnung.
Der Frühjahrs-Call 2026 lief vom 23. April 17:00 Uhr bis 11. Mai 23:59 Uhr. Weitere Calls folgen typischerweise im Herbst – die genauen Termine veröffentlicht die eag-Abwicklungsstelle. Wichtig: “First come first served” innerhalb des Calls. Wer am Call-Start nicht in den ersten Minuten einreicht, riskiert die Topf-Ausschöpfung.
Für PV-Erweiterungen: Kategorie A (≤ 10 kWp) 160 Euro pro kWp, Kategorie B (10–20 kWp) 150 Euro pro kWp. Für Stromspeicher: 150 Euro pro kWh netto, max. 50 kWh und max. 30 % der Investkosten. Speicher- und PV-Förderung müssen im selben Antrag eingereicht werden, damit der Speichertopf förderfähig ist.
Im März 2026 lag der OeMAG-Marktpreis für PV-Strom bei 5,72 Cent pro kWh netto. Das Schwankungsband bewegt sich typisch zwischen 5 und 11 Cent, mit einer Bundes-Untergrenze von 60 % des Quartals-Marktpreises. Für Bestandsanlagen, die ihren geförderten 13-Cent-Tarif nach 20 Jahren verlieren (Ü20), ist das ein massiver Erlös-Einbruch – und der wirtschaftliche Hauptanreiz für die Speicher-Nachrüstung.
Über die Wohnbauförderung des Landes Tirol unter tirol.gv.at/bauen-wohnen/wohnbaufoerderung/sanierung. Voraussetzung: Die PV-Erweiterung muss im Rahmen einer energetischen Gesamtsanierung erfolgen – alleinige PV-Maßnahmen sind über diesen Topf nicht förderfähig. Der Satz wurde ab 01.01.2026 von 250 auf 125 Euro pro kWp halbiert, bleibt aber als Kombi-Topf attraktiv.
Ja, die Befreiung nach BGBl. I Nr. 200/2023 gilt 2026 unverändert. Voraussetzung: Die Gesamt-PV-Leistung am Gebäude bleibt unter 35 kWp Modulleistung. Für jedes Tiroler Einfamilienhaus mit 5 bis 15 kWp völlig unkritisch. Der Speicher fällt mit unter die Befreiung, sofern er zu einer geförderten PV-Anlage gehört. Bei uns wird die 0 %-USt direkt im Angebot ausgewiesen – kein separater Antrag.
Ja. Die Wallbox-Förderung läuft 2026 als separater Topf (über EAG bzw. Klima- und Energiefonds) und ist technisch wie förderrechtlich von der Speicher- bzw. PV-Förderung unabhängig. Bei integrierter Planung – Wallbox am Victron-System mit Überschuss-Laden aus Speicher und PV – profitieren Sie zusätzlich davon, dass Ihr E-Auto direkt aus selbst erzeugtem Solarstrom geladen wird, was die Gesamt-Eigenverbrauchsquote weiter hebt.
Bei ordentlich vorbereitetem Antrag passiert das praktisch nie. Häufigste Ablehnungsgründe sind: Antrag nach Baubeginn gestellt, fehlende Datenblätter, falsche Verhältnis-Angaben (Speicher zu PV-Leistung), Topf bereits ausgeschöpft. Wir prüfen Ihren Antrag vor Einreichung auf alle Formal-Fallen und reichen erst ein, wenn das Datenpaket vollständig ist. Bei Topf-Ausschöpfung verschieben wir auf den nächsten Call – die anderen Töpfe (Land Tirol, 0 % USt) bleiben davon unberührt.
Komplett wir. Vom Engineering-Bericht über die Stichtag-Koordination bis zur Endabrechnung mit allen Nachweisen. Sie liefern uns am Anfang ein Foto des Wechselrichter-Typenschilds, eine Stromrechnung der letzten 12 Monate und ein Foto Ihres Zählerschranks. Den Rest haben wir für Sie. Mehr zum Prozess auf unserer Seite Umbau und Erweiterung in Tirol und bei den verwandten Beiträgen Photovoltaikanlage nachrüsten und Autarkie nachrüsten.
Fazit
Der Förder-Stack für PV- und Speicher-Projekte in Tirol ist 2026 so attraktiv wie nie – wenn man die Reihenfolge kennt. Land Tirol gibt 1.000 Euro auch für reine Nachrüstungen, EAG-Bund verdoppelt das bei minimaler PV-Erweiterung auf 2.500 Euro, und für Sanierungs-Projekte kommen Wohnbau und 0 %-USt obendrauf. Der entscheidende Hebel ist nicht die Höhe einzelner Töpfe, sondern die Kombi-Logik. Und die hängt am Antragsstichtag, an der richtigen Reihenfolge und an der Nicht-Trivialität, dass der EAG-Speichertopf nur mit gleichzeitiger PV-Komponente öffnet.
Wir kennen diese Logik aus über 20 abgewickelten Tiroler Förderanträgen – vom Inntal über Schwaz, Kufstein und Kitzbühel bis nach Lienz und Reutte. Sie schicken uns drei Fotos und Ihre letzte Stromrechnung, wir liefern in 48 Stunden eine fundierte Förderabschätzung und zeigen Ihnen, ob der Kombi-Trick in Ihrem Fall den Unterschied macht.
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